Schwarz, Thomas

Thomas Schwarz (Rikkyo University, Tokyo)

Ponape

Imaginäre Geographie einer rebellischen Insel

In meinem Vortrag arbeite ich aus Klaus Modicks Roman Das Grau der Karolinen (1986) eine symptomatische Leerstelle heraus, die einer Verdrängung der kolonialen Vergangenheit Deutschlands im Südpazifik geschuldet ist. Modicks Roman erzählt von dem Werbegrafiker Michael Jessen, der Mitte der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts auf den Spuren eines Schlachtenmalers namens Peter Friedrich Carlsen auf die Karolinen reist.[1] In Prolepsen auf diese Weltreise imaginiert sich Jessen als „eine Gallionsfigur“. Ähnlich wie die ‚Victoria‘ auf Darstellungen des Flaggschiffs von Magellan schwebt diese Figur, „die Arme ausgebreitet“, am Bug der Schiffe, die auf Entdeckungen fuhren“ zu den „Inseln“ im „Stillen Ozean“ (52). Der Exotist träumt von „Inseln blaugrün gesprenkelt“ (150), von einer „Insel in der Südsee“ (vgl. 111), vom „Weglaufen“ aus seinem Leben, vom Rückzug in eine „kleine Hütte an einem fernen, exotischen Strand“. Dort will er wie Gauguin „malen, was das Licht einem zuträgt“ (29, vgl. a. 115, 119, 151, 181f.). Die ‚Hütte auf der Insel‘ gehört zu den tragenden Elementen einer Poetik des pazifischen Raums. Diese Variante des Exotismus zeichnet sich aus durch eine Topophilie für den Pazifik (cf. Bachelard). In Anlehnung an Edward Saids Konzept des Orientalismus schlage ich vor, für die diskursive Formation, auf die Modicks Roman hier zurückgreift, den Begriff ‚Pazifikismus‘ zu verwenden.

I. Klaus Modicks Das Grau der Karolinen als Antikriegsroman

Der kriegsversehrte Maler Carlsen war 1895 in die „Südsee“ aufgebrochen, wo er auf der Insel Ponape (heute Pohnpei) sein „Paradies“ fand. Der kulturelle Überläufer vergaß dort seine deutsche Verlobte und wechselte ins Lager des sexuellen Exotismus. Nicht nur liierte er sich mit einer Indigenen, er konvertierte auch zum Pazifismus (272ff.). Der Roman erklärt, dass das Paradies nicht „geschichtslos“ sei. Landeskundliche Kenntnisse wie Spaniens Verkauf der Karolinen an Deutschland im Jahr 1899 werden aus dem „Reiseführer“ zitiert. Der Roman kolportiert, dass die Deutschen auf den Inseln „in guter Erinnerung“ seien, ähnlich wie die japanischen Kolonialherren, die nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs Mikronesien besetzten (325f.).[2]

Jessen trifft auf Ponape den 1910 geborenen Sohn des Malers Carlsen namens Thomas (342). Der erzählt ihm, sein Vater sei offiziell „am Tropenfieber“ gestorben, tatsächlich jedoch „aus Gram“, weil ihn die Japaner deportieren wollten (344). Seine Bilder habe er zuvor an einem sicheren Zufluchtsort, in seiner Hütte auf einem der „unbewohnten Atolle im Archipel“ deponiert (346). Es liege „zwischen den Inseln Ngatik und Nukuora“, in etwa 200 Seemeilen Entfernung von Ponape (353). Die Insel Ngatik gibt es wirklich, sie heißt heute Sapwuahfik. Südlich dieses Atolls liegt eine Insel namens Nukuoro (mit einem O am Ende). Die imaginäre Geographie des Romans verzeichnet hier tausende Atolle, eine „Vielzahl“ habe noch nie jemand betreten, „manche“ habe „wahrscheinlich noch nie ein Auge erblickt“ (353, 402).

Der literarische Text Modicks füllt diese realkartographische Leere mit Carlsens Insel: Auf dem „namenlose[n] Atoll“ (353) sei die Idee zu dem Bild entstanden, dem der Roman seinen Titel verdankt, Das Grau der Karolinen. Am Palmenstrand wird der Maler Carlsen von einer apokalyptischen „Vision“ heimgesucht. Es ist, als ob „das gesamte Atoll von einer unsichtbaren Faust in die Höhe gehoben“ würde. Er sieht „Leichenberge“, und ihm wird klar, dass es sich um eine Kette von Kriegen handelt, die einander in ihrer „Grauenhaftigkeit“ übertreffen und zur Vernichtung allen Lebens führen (350, 394–397). Vor dem inneren Auge von Lesern, die sich nicht alles, was sie über den späteren Verlauf der Geschichte wissen, aus dem Kopf geschlagen haben, werden jetzt die Atompilze von Hiroshima über Nagasaki bis Bikini in den Himmel wachsen.

Im Roman fahren Jessen und Thomas von Ponape aus zu dem Atoll. Weil sie in militärisches Sperrgebiet eindringen, wird ihr Motorboot auf der Rückfahrt von einem US-amerikanischen Kriegsschiff aufgebracht (410ff.). Zur Entstehungszeit des Romans testeten Nuklearmächte wie die USA und Frankreich noch immer ihre Atombomben. Zur Geräuschkulisse von Modicks Roman gehören Radionachrichten, in denen – allerdings kontrafaktisch – von „US-Atomwaffentests im pazifischen Raum“ berichtet wird (124). Realhistorisch hatten die USA die Tests auf ihren Pacific Grounds 1963 beendet. In den 80er Jahren war es nur noch Frankreich, das in Schächten auf Moruroa und Fangataufa Atombomben detonierte. 1985 versenkten französische Agenten in Auckland die Rainbow Warrior ‑ ein Fotograf kam ums Leben. Das Greenpeace-Schiff war auf dem Weg nach Moruroa zu einer Protestaktion gegen die französische Testserie. Modicks Roman verdichtet solche Ereignisse und transformiert sie zu einer science-fiction story, in der die USA nach einer Art umweltfreundlichen Alternative zu den Nuklearwaffen suchen. Während das reale Mikronesien seit 1986 unabhängig ist, wollen die USA in der fiktiven Inselwelt bei einem Test der neuen ‚Implosionswaffe‘ im Jahr 1988 ausgerechnet das Atoll ausradieren, das der Maler Carlsen bewohnt hat (420f.). Als die Bombe explodiert, steigt eine „rauchähnliche Wolke“ auf, die genau wie Carlsens Bild aussieht (426, 430). Das Grau der Karolinen entpuppt sich so als visionäre „Warnung vor Krieg und Vernichtung“ (437, vgl. 274). Verschiedene historische Ereignisse fließen in diesem Gemälde zusammen (Luftkrieg im Ersten Weltkrieg, ‚Unternehmen Gomorrha‘, vgl. 129f., 167). Der Roman beruft sich auf Walter Benjamins Kritik des Fortschritts (die „Katastrophe“ bestehe darin, dass es immer so weitergeht, 177). Der extradiegetische Fluchtpunkt des Romans ist der „nukleare Winter“ nach dem Atomkrieg (418).

II. Die Verdrängung der Sokehs-Rebellion

Zwar wendet sich dieses Werk gegen die militaristische Reduktion der pazifischen Atolle auf den Status einer Zone für Waffentests und gegen eine unkritische Inszenierung solcher Ereignisse in den Medien (vgl. 428). Zugleich verdrängt der Roman jedoch die koloniale Vergangenheit Deutschlands in Mikronesien. Jessen steigt in Ponapes Hauptstadt Kolonia im South Park Hotel ab (328). Von dort aus besucht er den ganz in der Nähe liegenden „deutschen Friedhof von Keplinhe“, wo es „deutsche Gräber“ gebe (337). Dort entdeckt Jessen Grabsteine, doch die „eingemeißelten Namen waren nur noch zu erahnen“ (338). An diesem Ort findet sich in Modicks Verdichtung das Gab des Malers „Peter Friedrich Carlsen“, der offenbar bis zu seinem Tod im Jahr 1915 „auf Ponape gelebt“ hat (338).

Dieser Passage des Romans liegen Ortskenntnisse zugrunde, denn in Pohnpeis Hauptstadt Kolonia gibt es unweit des South Park Hotels wirklich einen German Cemetery hinter der Kirche von Kepinle (nicht ‚Keplinhe‘). Die Inschriften sind gut lesbar. Ein Grabstein ist errichtet im „Gedenken“ an Gustav Boeder, den deutschen Bezirksamtmann, der hier am 18. Oktober 1910 „für Kaiser und Reich fiel“. Andere Grabplatten sind dem „ehrenden Andenken“ an drei deutsche Marinesoldaten gewidmet, die 1911 in „Gefechten“ auf Ponape gefallen sein sollen. Auf dem Kirchhof erklärt kein Wort diese tropische Variante des ‚Todes fürs Vaterland‘. Die Erinnerungslücke, die an dieser Stelle auch im Roman klafft, ist symptomatisch für den Umgang mit Deutschlands kolonialer Vergangenheit vor dem postcolonial turn.

Im Oktober 1910 begannen die Sokehs, die auf einer der Hauptinsel Ponape vorgelagerten, von einem schroffen Höhenzug überragten Insel namens Dschokadsch siedelten, einen Aufstand gegen die deutsche Kolonialmacht.[3] Ursache waren Arbeitskonflikte im Zusammenhang mit territorialisierenden Eingriffen der Kolonialherren in die traditionell ‚feudale‘ Ordnung: eine koloniale ‚Kerbung‘ des Inselraums in Form einer ‚Landreform‘, die indigene Pächter zu Landeigentümern machte, von diesen jedoch im Gegenzug Zwangsarbeit beim Straßenbau verlangte. Die Marine schlug die Rebellion mit vier Kriegsschiffen nieder. Zuletzt stieß aus Tsingtau, dem deutschen Flottenstützpunkt des Ostasiatischen Geschwaders, die Emden zum Expeditionskorps. Aus geostrategischer Perspektive war Tsingtau der archimedische Punkt der deutschen Kolonialmacht im Pazifik. Der Kapitän der Emden, Waldemar Vollerthun, übernahm den Oberbefehl über die Kampagne. Zusammen mit dem neuen deutschen Bezirksamtmann Hermann Kersting legte er als Ziel der Operation fest: „Gefangennahme oder Tötung aller Rädelsführer oder Mörder“. Den „Eingeborenen“ sollte „Achtung vor der deutschen Macht eingeflößt werden“.[4]

Die tropische Natur des pazifischen Archipels vom Mangrovensumpf zum unwegsamen Dschungel fungiert als natürliche Alliierte der Rebellen. Ein Bericht der deutschen Marine verdeutlicht, dass ein „vielfach gegliedertes, ringförmiges Korallenriff“ die Einfahrt für „Schiffe größeren Tiefgangs“ in die Lagune gefährlich mache. Zu den Aufgaben der Cormoran und der Planet gehörte daher die „Vermessung der Häfen und Einfahrten um die Insel Dschokadsch“. Diese kartographischen Arbeiten legten Gefechtspositionen und Schussfelder für die Kriegsschiffe fest.[5] Am Ende der Kampagne exekutierte ein Erschießungskommando melanesischer Polizeisoldaten 15 Rebellen.

Realhistorisch deportierte die Kolonialmacht 1911 über 400 Sokehs nach Palau, wo sie Zwangsarbeit in Phosphatminen verrichten mussten (Kollektivstrafe). Die Sokehs-Insel Dschokadsch war jetzt buchstäblich verwüstet und verlassen, ein ‚deserted island‘ (Deleuze).[6] Die Deutschen vergaben dann das Land auf Dschokadsch unter anderem an Insulaner, die sie zuvor von der Insel Pingelap evakuiert hatten. In Modicks Roman deutet der 1910 geborene Sohn von Carlsen von Kolonia aus „über die Bucht“ auf sein Haus im „Pingelap Village“ (340), offenbar auf Dschokadsch. Carlsen habe dieses Haus 1895 erbaut und dort mit seinem Modell Nai Takauti eine Familie gegründet (344, 388ff.).

Vor diesem Hintergrund möchte ich drei Punkte festhalten: Ein deutscher Roman beschwört Mitte der achtziger Jahre eine apokalyptische Kriegsgefahr herauf und kritisiert US-amerikanische Waffentests. Um seine Geschichte zu erzählen, benötigt dieser Roman pazifisches Terrain, das er teils fingiert, dass sich aber zu einem größeren Teil überlappt mit einer realgeographisch existierenden und realhistorisch besiedelten Inselwelt. Die Sokehs von der Insel Dschokadsch ‚deportiert‘ der Roman anachronistisch schon im Jahr 1895, um Platz zu schaffen für sein fiktives Pingelap Village. Die Rebellion der Sokehs im Jahr 1910 ist ersatzlos ausgefallen, sie kommen mit keinem Wort vor. Stattdessen imaginiert der Roman auf der Sokehs-Insel Dschokadsch ein idyllisches Strandparadies mit einem Exotisten und einer Insulanerin (392). Die erstaunliche Verdrängungsleistung betrifft ein zentrales, traumatisches Ereignis der translokalen Beziehungen zwischen dem pazifischen Archipel und der europäischen Kolonialmacht.

III. Die rebellische Insel als Rezeptionsphänomen

Bereits 1911 erscheint unter dem Titel Die Kämpfe auf Ponape eine literarische Bearbeitung des Stoffes aus der Feder von Alwin Asten in der Heftromanserie Unter deutscher Flagge.[7] Zum Abendessen wird hier in der Kolonialherrenfamilie zur Melodie des Deutschlandliedes gesungen, dass die „Banner“ des Kaiserreichs nicht nur über „deutschen Seen“ in Europa, sondern auch „im weiten, fernen Ost“ wehen.[8] In der Tat praktizierte die deutsche Kolonialmacht an ihren Totempfählen einen Flaggenkult, dessen west-östliche Raumfiguration südpazifisches Terrain reklamiert. Ende der 50er Jahren erschien in dieser Kontinuitätslinie im Moewig-Verlag ein Heftchen mit dem Titel Kampf um Ponape. Es verklärt den Kolonialdienst „in der Südsee“, die bis 1914 ein „Paradies“ gewesen sei, „in dem die Romantik für alle Zeiten zu Hause schien“. Der Text listet die einschlägigen Topoi der tropenexotistischen Insularität und des Pazifikismus auf: „Weltentlegene Inseln! Schäumende Brandung an roten Korallenriffen! Eine See so blau wie Saphir! Schlanke, sich wiegende Palmen! Immergrüner Urwald! Braune, blumengeschmückte Naturmenschen in wendigen Auslegerbooten“. Folgt man diesem Text, dann war es nicht die deutsche Marine, sondern es waren die US-amerikanischen „Atombomben-Versuche im Bikini-Atoll“, die das Paradies zerstört haben.[9] Dass sich Klaus Modicks postmoderner Roman dieser diskursiven Position unwillkürlich annähert, ist einer Verdrängung der kolonialen Vergangenheit in der BRD geschuldet. Der deutsche Kolonialismus im Südpazifik gilt noch heute als eher ephemeres Phänomen, trotz der nicht unbeträchtlichen Rückwirkungen dieses Projekts auf die koloniale Kultur des Kaiserreichs.

1985 erscheint bei Brockhaus in Leipzig die Übersetzung des Berichts über eine Reise, die der tschechische Ethnologe Miloslav Stingl unternommen hat. Dieser Text markiert einen diskursiven Bruch zwischen Kolonialismus und Exotismus, der direkte Vergleich lässt die Differenz scharf hervortreten. Auf Ponape besucht Stingl nicht nur den deutschen Friedhof von Kepinle. Das explizite Ziel seiner Reise ist der „Friedhof der Toten des bedeutendsten Befreiungskampfes“, der je in der „Geschichte des kolonialen Mikronesien“ ausgefochten worden sei. Stingl kritisiert die „Antipartisanentechnik“ der „kaiserlichen Soldaten“ und die Aburteilung der Aufständischen nach „Standrecht (!)“.[10]

Im Februar 2016 macht der Erinnerungsort in Kolonias Kumwunlaid Street, der als Hinrichtungsstätte gilt, einen vernachlässigten Eindruck. Er ist von einer bröckelnden Steinmauer eingefasst und ein notdürftig abgestützter Schaukasten bietet einen Textaushang. Das angeheftete Typoskript ist schwer lesbar, ein Verfasser wird nicht genannt. Der Text scheint die historischen Ereignisse zu schildern, liest sich aber wie ein Stück Kinder- und Jugendliteratur. Pohnpei, heißt es auf der ersten Seite, sei „the Pacific garden’s paradise“.[11] Bei einem Besuch in der Bibliothek des College of Micronesia habe ich herausgefunden, dass der Text identisch ist mit dem einer Broschüre von Etsuo Sato, einer Übersetzung aus dem Japanischen. Dem japanischen Text soll eine Geschichte von Mitsuko Sugimura zugrundeliegen, The Fire of Regiman (Forschungslücke).

Aus den 90er Jahren liegen zwei deutsche Romane zum Aufstand vor: a) ein Jugendbuch von Gerhard Grümmer (‚ostdeutscher‘ Autor, der vermutlich Stingl rezipiert hat), und b) Die Missionarin von Sibylle Knauss (Prof. an der Filmakademie in Ludwigsburg).[12] An der ‚Strafexpedition‘ der Marine war auch der Kreuzer Emden beteiligt, dessen Besatzung ein Spielfilm noch im Jahr 2013 als Helden verklärt. Die Beteiligung der Emden an der Strafaktion gegen Ponape bleibt im Film eine Erinnerungslücke.[13] Es ist Historikern wie Alexander Krug[14] zu verdanken, dass man sich heute noch an die Rebellion erinnert. Der Bayreuther Kolonialhistoriker Hermann Joseph Hiery wertet den Aufstand als eine „sozialreaktionäre, traditionalistische Revolte“ ab.[15] Zuletzt hat Thomas Morlang eine zuverlässige mikrohistorische Monographie vorgelegt über die „größte Militäraktion Deutschlands in der Südsee“.[16] Bleibt zu hoffen, dass die geplante Verfilmung des Romans Die Missionarin nicht einfach der Vorlage folgt und die Sympathien lokaler Repräsentanten der Mission für die Rebellen ins Rampenlicht rückt.[17] Denn der Missionar der Liebenzeller Mission aus dem Schwarzwald, Sixtus Hugenschmidt, hatte sich während des Prozesses im Februar 1911 als Scharfmacher erwiesen, der sich dafür aussprach, Rebellen, denen sich „Grausamkeiten“ nachweisen lassen, aufzuhängen.[18]

[1]      Klaus Modick: Das Grau der Karolinen (1986): Reinbek / Hamburg: Rowohlt 1992, hier S. 108. Im Folgenden in Klammern zitiert. Vgl. die Rezension von Jutta Duhm-Heitzmann: Ein Bild lockt. In: Die Zeit, 5.12.1986. Die Arbeit an diesem Vortrag wurde gefördert mit Mitteln des Forschungsprojekts ‚Pacificism. The Pacific as a Space of Resistance and Hybridity‘, Japan Society for the Promotion of Science (JSPS KAKENHI 15K01894).

[2]      Vgl. Hermann Joseph Hiery: Das Deutsche Reich in der Südsee. 1900–1921. Eine Annäherung an die Erfahrungen verschiedener Kulturen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1995, S. 287: Insgesamt habe man sich auf Ponape positiv an die deutsche Landreform erinnert, die einer „besitzlosen Klasse“ zu eigenem „Grund und Boden“ verholfen habe.

[3]      Vgl. Thomas Morlang: Rebellion in der Südsee. Der Aufstand auf Ponape gegen die deutschen Kolonialherren 1910/11. Berlin: Links 2010.

[4]      Willy Gartzke: Der Aufstand in Ponape und seine Niederwerfung durch S.M. Schiffe ‚Emden‘, ‚Nürnberg‘, ‚Cormoran‘, ‚Planet‘. In: Marine-Rundschau. Wissenschaftliche Zeitschrift für Marinefragen 22 / Heft 6, 1911, S. 703‑738. Ich zitiere den Sonderabdruck dieses nach amtlichen Berichten zusammengestellten Berichts, Berlin: Mittler 1911, hier S. 6, 11.

[5]      Vgl. Gartzke, S. 2, 9. Gartzke beklagt, dass auch fehlende „topographische Karten“ die Kampagne gegen die Rebellen behindert hätten.

[6]      Gilles Deleuze: Desert Islands. In: ders., Desert Islands and Other Texts. Cambridge/Mass.: MIT Press 2004, S. 9–14.

[7]      Alwin Asten: Die Kämpfe auf Ponape. Reihe: Unter deutscher Flagge No 47. Berlin: Verlagshaus für Volksliteratur und Kunst 1911. Vgl. Morlang, Rebellion, S. 158. Vgl. auch Richard Deeken: Rassenehre. Roman aus der Südsee. In: Kolonie und Heimat 6, 26, 1913, S. 9ff., später auch als Buch erschienen. Richard Deeken war der Propagandist eines deutschen Siedlungskolonialismus in der Südsee, eine Episode des Serienromans widmet sich der Unterdrückung der Rebellion auf Ponape.

[8]      Asten, Kämpfe, S. 6: „Deutschland, Deutschland über alles, / Ueber alles in der Welt; / Wenn es stets zu Schutz und Trutze / Brüderlich zusammenhält. / Ob daheim, in deutschen Seen, / Ob im weiten, fernen Ost, / Da, wo Deutschlands Banner wehen, / Nimmer Kehl‘ und Eisen rost‘.“

[9]      Wilhelm Wolfslast (unter Mitwirkung von Kurt C. Hoffmann): Kampf um Ponape. S.M. Kleiner Kreuzer Cormoran. Reihe: SOS. Schicksale deutscher Kriegsschiffe, Nr. 164. München: Moewig 1959, S. 3. Wolflast ist ein Pseudonym, das für den Marineoffizier Fritz-Otto Busch steht (unter der Nazi-Diktatur maßgeblich an der Zerschlagung des deutschen PEN beteiligt).

[10]     Miloslav Stingl: Inseln im Atoll. Neznámou Mikronésií (1976), übersetzt von Helene Maria Hamburger. Brockhaus: Leipzig 1985, S. 70, 78f.

[11]     Etsuo Sato (assisted by Howard Rice): The Fire of Kumwunlaid Cape. The Story of Sokehs Rebellion. Pohnpei: Division of Historic Preservation & Cultural Affairs1998, S. 3. Basiert auf: Mitsuko Sugimura: The Fire of Regiman. Eine gedruckte Fassung der Broschüre ist einsehbar in der Bibliothek des College of Micronesia in Palikir.

[12]     Gerhard Grümmer: Ponape im Aufstand. Ereignisse in den Jahren 1910/11. Berlin: edition q 1991. Sibylle Knauss: Die Missionarin. Roman. Hamburg: Hoffmann & Campe 1997.

[13]     Christoph Gunkel: Kino-Drama mit Erinnerungslücke. Strahlende Krieger, dunkle Vergangenheit. In: Der Spiegel, 4.2.2013, http://www.spiegel.de/einestages/kinofilm-die-maenner-der-emden-a-951027.html (eingesehen am 25.5.2014).

[14]     Alexander Krug: ‚Der Hauptzweck ist die Tötung von Kanaken‘. Die deutschen Strafexpeditionen in den Kolonien der Südsee 1872‑1914. Marburg: Der Andere Verlag 2005.

[15]     Hiery, Südsee, S. 284.

[16]     Morlang, Rebellion, S. 9. Vgl. 121.

[17]     http://www.ffl.de/de/.

[18]     Reichskolonialamt, Bundesarchiv Lichterfelde. Prozessakten, Bl. 30, vgl. Morlang, Rebellion, S. 126.

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